Perspektivenwechsel als Gewohnheit II: Wie Sie Perspektivenwechsel zur Gewohnheit machen

Perspektivenwechsel zur Gewohnheit machen
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Perspektivenwechsel zur Gewohnheit machen? Warum? Vor kurzem habe ich hier über die Vorteile geschrieben, die es bringt, wenn Sie sich angewöhnen, regelmäßig Ihren Blickwinkel zu wechseln und Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.

Aber wie kann man Perspektivenwechsel zur Gewohnheit machen? Wie kann man es üben, den Blickwinkel auf Dinge und Situationen zu wechseln?

Ziel

Ziel der Einübung des Perspektivenwechsels ist es, diesen in verschiedenen Formen und Bereichen als feste Gewohnheit zu etablieren. Auf diese Weise integrieren sie den Perspektivenwechsel in Ihren Alltag und praktizieren ihn später ganz selbstverständlich und automatisch. So erreichen Sie die aus dem Perspektivenwechsel resultierenden positiven Effekte ohne großen Aufwand und ohne dass sie jedesmal bewusst darüber nachdenken müssen.

Wie wird Perspektivenwechsel zur Gewohnheit?

Vereinfacht gesagt, machen Sie etwas, das Sie über einen längeren Zeitraum regelmäßig tun, zu Ihrer Gewohnheit. Bis Sie eine neue Gewohnheit entwickelt haben, dauert es etwa 21 Tage. Bis diese neue Gewohnheit dann auch zu Ihrem Lifestyle gehört, dauert es etwa 90 Tage. (Mark Maslow geht in seinem Blog Marathonfitness in einigen Artikeln genauer auf diese Regel und ihre Hintergründe ein.)

Was heißt das für Sie, wenn Sie es sich angewöhnen wollen, verschiedene Perspektiven einzunehmen? Sie müssen mindestens 21 Tage lang jeden Tag mindestens einmal bewusst Ihre Perspektive auf eine Sache oder eine Situation wechseln. Ganz sicher gehen Sie, wenn Sie das 90 Tage lang bewusst einüben.

Noch besser integrieren Sie eine Gewohnheit in Ihren Alltag, indem Sie sie mit bereits bestehenden Gewohnheiten verknüpfen, wie zum Beispiel bei der #coffeechallenge von NEW HABIT.

Wie können Sie Perspektivenwechsel einüben?

Sie können sich für die verschiedenen Bereiche, in denen Perspektivenwechsel besonders wünschenswert erscheint, verschiedene Übungsformen aussuchen. Hier gebe ich Ihnen ein paar Beispiele:

  • die eigene Position im Raum wechseln: nicht immer auf demselben Platz in Besprechungen oder beim Arbeiten sitzen
  • die Haltung ändern: Dinge oder Handlungen, die Sie sonst im Sitzen tun, im Stehen oder sogar im gehen tun oder umgekehrt
  • Handlungen mit der nicht-dominanten Hand tun: z. B. Zähne putzen, schneiden, das Telefon halten, Türen öffnen oder schließen, …
  • Dinge von Hand statt mit elektronischen Tools tun – oder umgekehrt
  • generell die Methoden wechseln
  • Sozialformenwechsel: Dinge allein tun, die Sie sonst mit anderen zusammen tun; umgekehrt Dinge zu zweit oder in Gruppen erledigen, die Sie sonst alleine erledigen
  • Dinge – im Wortsinn – aus anderer Perspektive betrachten: aus anderen Richtungen, verkleinert, vergrößert; die „Froschperspektive“ oder die „Vogelperspektive“ einnehmen; die „rosarote Brille“ aufsetzen; Dinge drehen, von unten betrachten, in die Hand nehmen, hören, betasten, riechen (Dabei üben Sie zugleich Achtsamkeit.)
  • Abläufe bewusst verändern: indem Sie z. B. etwas in anderer Reihenfolge, in anderem Tempo oder sonst auf andere Weise tun
  • die üblichen Teamstrukturen bewusst ändern: mit anderen Kollegen zusammen arbeiten als sonst
  • andere Sichtweisen erfragen: Kollegen, Partner, Gesprächspartner gezielt nach ihren Beweggründen, Zielen und Überlegungen fragen („Warum sagst Du das so? Warum tust Du das so und nicht anders? Wie wirke ich selbst, wie wirkt mein Auftreten, wie wirkt mein Handeln auf Dich?“)
  • Dinge anders anordnen: z. B. Gegenstände auf dem Schreibtisch, im Büro, im Besprechungsraum, zuhause, …
  • Dinge anders nutzen: überlegen, wie Sie einen Gegenstand auch noch auf andere als die üblichen Arten nutzen können – und diese Nutzung dann auch praktisch ausprobieren
  • übliche Vorgehensweisen hinterfragen: Warum machen wir das immer so? Ist das so? Muss das so? Stimmen Sie sich darauf gerne mit „Wir sind Helden“ ein:

Diese Aufzählung ist keinesfalls vollzählig. Aber Sie wissen jetzt, in welche Richtung Sie dazu denken müssen.

Achten Sie am besten bei Ihren Übungen darauf, wie es sich für Sie anfühlt, inwieweit es zu anderen Ergebnissen führt und wie andere darauf reagieren.

Der Lohn für Ihre Mühe

Wenn Sie über 21 – oder sogar 90 – Tage hinweg die Gewohnheit entwickeln, aus den üblichen Denkhaltungen und Prozessen auszubrechen, Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und anders zu handeln, tragen Sie dadurch enorm zu Ihrer Persönlichkeitsentwicklung bei, befreien sich von den Zwängen von Konventionen, Normen und eingeschliffenen Routinen. Außerdem verbessern Sie Ihre Empathie und das Miteinander mit Ihren Mitmenschen. Darüber hinaus fördern Sie auch Ihre Kreativität und Ihre Fähigkeit, mit Veränderungen umzugehen.

Sie sehen: Es lohnt sich!

Machen Sie Perspektivenwechsel zu Ihrer Gewohnheit. Legen Sie gleich los. Sie wissen doch: „Macht“ kommt von „machen“.

Bildnachweis:

Photo by Colton Jones on Unsplash

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