Allein im stillen Kämmerlein? – „Sozialformen“ des Philosophierens

Bild "Die Schule von Athen" von Raphael

Manche Leute stellen sich Philosophen als einsame Denker im Elfenbeinturm der Philosophie vor. Andere dagegen haben beim Gedanken an Philosophen das Bild des Sokrates vor Augen, der auf dem Markt die Leute anspricht und mit seinen Fragen erst ratlos macht, um dann gemeinsam mit ihnen eine Antwort auf seine Fragen zu finden. Wieder andere denken, wenn es ums Philosophieren geht, an lebhafte Diskussionen mehrerer Menschen.

Sie alle haben recht. Philosophieren kann man für sich alleine, im Dialog mit einem anderen oder auch in kleineren oder größeren Gruppen. Jede dieser „Sozialformen“ hat ihre Berechtigung, jede ihre Besonderheiten, Vor- und Nachteile. In welcher Form man selbst lieber philosophiert, hängt von verschiedenen Faktoren ab: den eigenen Neigungen, den äußeren Umständen, aber auch dem persönlichen Umfeld.

Im Folgenden gehe ich auf jede dieser drei „Sozialformen des Philosophierens“ detailliert ein. Dabei differenziere ich auch zwischen verschiedenen Varianten und diskutiere die jeweiligen Vor- und Nachteile. Außerdem gehe ich darauf ein, wie man jede dieser „Sozialformen“ für sein eigenes Philosophieren nutzbar machen kann.

1. Alleine philosophieren

Auch wenn es gar nicht so „sozial“ klingt, auch alleine zu philosophieren gehört zu den Sozialformen des Philosophierens.

Orte und Gelegenheiten

Alleine kann man beinahe jederzeit und überall philosophieren: auf dem Weg zur Arbeit in der Bahn, auf dem Heimweg, bei einem Spaziergang im Park, einer Wanderung am Strand, in den Bergen oder im Wald,1 aber ebenso gut auch in einem Café beim Beobachten der Menschen oder in einer Bibliothek, zuhause auf dem Sofa, am Schreibtisch, abends vor dem Einschlafen, morgens nach dem Weckerklingeln, falls man noch ein paar Minuten liegenbleiben kann.

Ihnen fallen sicher noch mehr Gelegenheiten und Orte ein. Aber vergessen Sie nicht, falls Sie unterwegs philosophieren, auf Ihre Umgebung und Ihre Sicherheit zu achten!2 Sonst geht es Ihnen vielleicht wie Thales von Milet, der in einen Brunnen fiel, während er den Sternenhimmel beobachtete.3

Vor- und Nachteile

Für sich alleine zu philosophieren, bietet zwei wesentliche Vorteile: Sie können Ihre Gedanken ungestört zu Ende denken, ohne von einem Gesprächspartner unterbrochen oder abgelenkt zu werden. Sie brauchen sich auch keine Sorgen zu machen, dass Sie sich mit einem kreativen, ungewöhnlichen, aber vielleicht noch nicht zu Ende gedachten oder provokativen Gedanken oder Argument lächerlich machen oder Anstoß erregen.

Andererseits fehlt Ihnen aber auch jegliches Korrektiv, falls Sie sich in einen fehlerhaften Gedankengang „verrennen“. Auch besteht die Gefahr, sich nur im eigenen „Denkkosmos“ zu bewegen, wenn man nur für sich alleine philosophiert.

Methoden

Voraussetzung, um alleine zu philosophieren, sind neben der eigenen Neugier und einem wachen Verstand aber auch Lebenserfahrung und gewisse Vorkenntnisse in dem Themenbereich, über den man nachdenkt. Hilfreich ist es auch, wenn Sie Bücher oder einen Internetzugang zur Verfügung haben, um sich benötigte Hintergrundinformationen zu beschaffen.

Sie können natürlich einfach bloß „(nach-)denken“, also Ihren Fragen und Überlegungen nur in Gedanken nachgehen. Aber dann laufen Sie vielleicht Gefahr, Ihre Gedanken und Argumentationsgänge schnell wieder zu vergessen, sobald Sie mit anderen Dingen beschäftigt sind. Oder Sie entwickeln Ihre Gedanken quasi im Gespräch mit sich selbst, indem Sie sie laut aussprechen. Auch hier ist die Gefahr des Vergessens noch immer groß.

Besser ist es, Sie haben möglichst immer Papier und Stift zur Hand, wenn Sie philosophieren. So können Sie sich wesentliche Gedanken notieren und später leicht an Ihre Überlegungen anknüpfen. Natürlich können Sie auch digitale Medien dazu nutzen, z. B. PC, Notebook, Smartphone oder Tablet. Aber was Sie von Hand notieren, das behalten und verarbeiten Sie besser und intensiver als das, was Sie tippen. Denkbar ist auch, dass Sie wichtige Gedanken als Sprachnotiz aufnehmen. Letztendlich liegt die Entscheidung natürlich bei Ihnen.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, schreibend zu philosophieren, indem Sie Ihre Gedanken nach der Methode des Free Writing in einem Journal festhalten. Sie können auch Ihr philosophisches „Selbstgespräch“ aufnehmen oder filmen.

Experimentieren Sie gerne ein wenig herum und finden Sie die Methoden, die Ihnen am besten gefallen.

Und dann?

Was Sie danach aus Ihren philosophischen Überlegungen machen, liegt bei Ihnen.

Natürlich wäre es schade, wenn Sie Ihr Philosophieren nur für sich behalten und es nicht mit der Welt teilen, aber es ist Ihr gutes Recht. Auch wenn Sie Ihre Gedanken nicht mit anderen teilen möchten, könnten – oder sollten – Sie diese aber zum Ausgangspunkt oder Bezugspunkt Ihres künftigen Handelns machen.

Sie könnten allerdings auch Ihre philosophischen Gedanken mit der Welt teilen, indem Sie Freunden oder anderen davon berichten und mit ihnen darüber diskutieren oder indem Sie sie publizieren.4

Es liegt einzig und allein bei Ihnen.

2. Dialogisch philosophieren

Die zweite Sozialform des Philosophierens ist das Philosophieren im Dialog mit einem weiteren Gesprächspartner.

Orte und Gelegenheiten

Auch dann, wenn Sie zu zweit philosophieren möchten, bieten sich dazu viele Orte und Gelegenheiten an. Allerdings sollten Sie die Möglichkeit haben, ungestört – und ohne andere zustören – miteinander zu reden. Das mag zuhause sein, in einem Café, im Park oder der freien Natur, sitzend, stehend oder gehend. Ob Sie sich nun zum gemeinsamen Philosophieren vorab verabreden oder spontan losphilosophieren – alles ist möglich.

Vor- und Nachteile

Das Philosophieren zu zweit hat den Vorteil, dass die Kenntnisse, Lebenserfahrungen und Positionen beider Gesprächspartner dazu genutzt werden können, das eigene Denken gemeinsam zu erweitern und weiter zu entwickeln. Zugleich können sich die Diskutanten gegenseitig auf Denkfehler und „blinde Flecken“ aufmerksam machen und korrigieren. Gerade wenn beide Philosophierende unterschiedliche Positionen vertreten, hilft das, die jeweils eigenen Argumente zu schärfen. Im Idealfall gelangt man gemeinsam dialektisch – durch Gegenüberstellung von Thesen und Antithesen und die Auflösung ihrer Widersprüche in einer Synthese – zu neuer Erkenntnis.

Die Gefahr bei solchem dialogischen Philosophieren ist, dass einzelne Argumente und Gedanken dabei leicht „verloren gehen“, indem man sie nicht weiter entwickelt, weil man anderen folgt, oder dass man „vom Weg abkommt“. Letzteres kann jedoch auch sehr produktiv sein.

Viel schlimmer ist es allerdings, wenn einer der beiden Philosophierenden oder sogar beide versuchen, den anderen zu „manipulieren“ oder um jeden Preis Recht zu haben und das Gespräch zu „gewinnen“.

Methoden

Gebote für den Denker

Um zu verhindern, dass dialogisches Philosophieren zu einem „Machtkampf“ der Positionen wird, kann man auf Immanuel Kants Überlegungen zurückgreifen. In seiner Anthropologie in pragmatischer Hinsicht schreibt er:

Durch die große Verschiedenheit der Köpfe, in der Art wie sie eben dieselben Gegenstände, imgleichen sich untereinander ansehen; durch das Reiben derselben aneinander und die Verbindung derselben sowohl als ihre Trennung, bewirkt die Natur ein sehenswürdiges Schauspiel auf der Bühne der Beobachter und Denker von unendlich verschiedener Art. Für die Klasse der Denker können folgende Maximen […] zu unwandelbaren Geboten gemacht werden:

1) Selbst denken.

2) Sich (in der Mitteilung mit Menschen) in die Stelle jedes anderen zu denken.

3) Jederzeit mit sich selbst einstimmig zu denken.

Immanuel Kant, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht, Königsberg 1798, S. 166-167. Hier zitiert nach Wilhelm Weischedel (Hg.), Immanuel Kant, Werke in sechs Bänden. Bd. 6: Schriften zur Anthropologie, Geschichtsphilosophie, Politik und Pädagogik, Darmstadt 51983, S: 548-549

Sich in die Stelle jedes anderen zu denken, bedeutet zuallererst, den anderen verstehen und seine Position und Argumentation nachvollziehen zu wollen, bevor man sie kritisiert und verwirft. Im Umkehrschluss sollte man aber auch versuchen, seine eigene Position für den anderen verstehbar und nachvollziehbar zu machen, damit dieser die Möglichkeit hat, darauf angemessen einzugehen.

Jederzeit mit sich selbst einstimmig zu denken, heißt nicht nur, sich nicht selbst zu widersprechen – schon gar nicht um einfach Recht zu behalten, wenn es im Gespräch anders plötzlich besser passt –, es heißt wohl auch, seine Argumentation möglichst schlüssig aufzubauen.

Die gemeinsame Erkenntnis sollte das Ziel beider Diskutanten sein. Wenn dann eine Einigung trotzdem nicht möglich ist, sollte zumindest beide Argumentationen von beiden Seiten klar nachvollzogen worden sein.

Gespräche und Briefwechsel

Neben dem klassischen philosophischen Gespräch von Angesicht zu Angesicht5 darf wohl auch ein philosophischer Briefwechsel als dialogisches Philosophieren gelten.6

Gesprächspartner

Sie können sich regelmäßig mit einem festen Mit-Philosophierenden treffen, um zu vorab festgelegten oder spontan benannten Themen gemeinsam zu philosophieren. Vielleicht treffen sie sich auch mit wechselnden philosophierenden Gesprächspartnern aus Ihrem Freundeskreis oder einer Community Philosophieinteressierter. Vielleicht sprechen Sie auch spontan jemanden in Ihrem Umfeld an, wenn Ihnen eine philosophische Frage in den Sinn kommt.

Und weiter?

Diese Gespräche können Sie protokollieren oder als Ton- oder Videoaufnahme mitschneiden, um sich im Nachhinein noch einmal damit auseinandersetzen oder später daran anknüpfen zu können. Besonders „gelungene“ Gespräche könnten Sie auch publizieren: als Podcast, als Video oder als Transkript in Ihrem Blog.

Natürlich möchte nicht jeder seine Gedanken öffentlich verbreiten. Wenigstens sollten Sie einander etwas als Anregung zum Weiterdenken mit auf den Weg geben und so gegenseitig Ihr Leben bereichern.

3. In Gruppen philosophieren

Bleibt noch eine Sozialform des Philosophierens: das Philosophieren in kleineren oder größeren Gruppen, sei es nun symposiastisch oder eher akademisch. Kants oben zitierte „Gebote für den Denker“ gelten natürlich auch hierfür. Und natürlich gehe ich davon aus, dass gemeinsamer Erkenntnisgewinn Ziel aller Beteiligten ist.

Vor- und Nachteile

Das Philosophieren in Gruppen bietet den Vorteil, dass Wissen, Erfahrungen, Meinungen, Perspektiven und Ideen mehrerer Menschen in das gemeinsame Philosophieren eingebracht und auf einander bezogen werden können. Meist finden sich in der Gruppe verschiedene Standpunkte oder Argumentations- bzw. Lösungsansätze. Dadurch wird das Philosophieren umso spannender und lebhafter.

Dabei entsteht aber mehr noch als beim dialogischen Philosophieren die Gefahr, sich zu „verzetteln“ oder von der Ausgangsfrage abzukommen. Auch ist die Gefahr größer, dass sich im Laufe der Diskussion mehrere verschiedene Positionen und Argumentationsstränge herauskristallisieren, die schließlich nicht mehr miteinander vereinbar sind. Doch wirklich „schlimm“ ist auch das nicht. Die Frage ist, wie Sie damit umgehen: Ziehen Sie einen Schlussstrich und sehen diese Argumentationen als Ergebnis an? Machen Sie diese Situation zum Ausgangspunkt für eine weitere intensive Auseinandersetzung mit der Fragestellung: jeder für sich alleine und dann beim nächsten Treffen weiter gemeinsam

(a) Symposiastisches Philosophieren

Mit symposiastischem Philosophieren meine ich das informelle Philosophieren in geselligen Runden, im Sinne antiker Symposien, bei denen gegessen, getrunken und eben auch philosophiert wurde, wie es z. B. Xenophon und Platon in ihren Berichten über Sokrates schildern.

Zum symposiastischen Philosophieren zähle ich auch das gemeinsame Philosophieren unter Freunden, wie es Cicero in den Tusculanae disputationes beschreibt:

Fiebat autem ita, ut, cum is, qui audire vellet, dixisset, quid sibi videretur, tum ego contra dicerem. Haec est enim, ut scis, vetus et Socratica ratio contra alterius opinionem disserendi. Nam ita facillime, quid veri simillimum esset, inveniri posse Socrates arbitrabatur.

Das geschah aber so, dass, nachdem derjenige, der etwas hören wollte, gesagt hatte, was ihm passend erschien, ich daraufhin dagegen sprach. Das ist nämlich, wie Du siehst, die alte und sokratische Methode, gegen die Meinung eines anderen zu diskutieren. Denn so, glaubte Sokrates, könne man am leichtesten herausfinden, was der Wahrheit am nächsten komme.

Cicero, Tusculanae disputationes 1, 8.

Diese Beschreibung passt grundsätzlich sowohl auf dialogisches Philosophieren als auch auf das Philosophieren in Gruppen. Cicero schildert im Anschluss allerdings Gespräche mit mehr als zwei Teilnehmern. Deshalb ordne ich seine Beschreibung dem symposiastischen Philosophieren zu. Anders als das Philosophieren bei den o. g. griechischen Symposien fanden die von Cicero geschilderten Gespräche aber wohl tagsüber statt.

Ort und Gelegenheit

Sie können sich dazu gemeinsam mit Freunden oder philosophieinteressierten Gleichgesinnten regelmäßig oder sporadisch in nettem Ambiente treffen. Sei es zuhause, in einem Café, einer Kneipe, oder bei schönem Wetter in einem Park; sei es „nüchtern“ bei einem Kaffee oder angeregt bei Wein oder Bier.

Methode

Entweder stellen Sie jedes Treffen vorab unter ein bestimmtes Thema, zu dem sich alle Teilnehmer vorab Gedanken machen und das dann alle Anwesenden gemeinsam gründlich diskutieren. Oder sie folgen Ciceros Vorschlag: Einer der Anwesenden benennt ein Thema oder wirft eine Frage auf, die dann gemeinsam diskutiert wird.

Gerade wenn Sie sich öfter in der gleichen Runde treffen, kann es auch beim symposiastischen Philosophieren nützlich sein, wenn einer der Anwesenden Ihre Gespräche protokolliert und dieses Protokoll zu Beginn des nächsten Treffens vorliest oder elektronisch oder in Papierform an alle verteilt. So lässt sich leichter an frühere Diskussionen anknüpfen oder später darauf zurückkommen. Neu hinzukommende Mitdiskutanten können sich so außerdem leichter in die Runde hineinfinden.

Je größer die Gesprächsrunde, desto empfehlenswerter ist es, einen „Moderator“ zu benennen. Der sorgt dafür, dass die Runde sich nicht unbeabsichtigt zu weit von der Ausgangsfrage entfernt. Falls nötig, kümmert er sich auch um ein geordnetes und nicht zu hitziges Diskutieren.

(b) Akademisches Philosophieren

Unter akademischem Philosophieren verstehe ich das institutionell organisierte Philosophieren in Universitäten und Schulen in Form von philosophischen Vorlesungen und Seminaren sowie Philosophie- bzw. Ethikunterricht.7

In der Hoffnung, dass die reine „Vorlesung“ alter Art, bei der ein Professor aus seinem Skript vorliest oder einen Vortrag hält und die „Hörer“ zuhören und mitschreiben, inzwischen an den meisten Universitäten „ausgestorben“ ist und auch in Vorlesungen überall Fragen an den Vortragenden und Diskussionen im Plenum üblich geworden sind, ordne ich diese Form des akademischen Philosophierens unter das Philosophieren in Gruppen ein.

Ort, Gelegenheit und Themen

Anders als bei den bisher besprochenen Sozialformen des Philosophierens sind Ort und Gelegenheiten des akademischen Philosophierens meist institutionell vorgegeben und wenig flexibel.

Auch die Themen sind meist – zumindest grob – vorgegeben. Wenn Sie als Dozent oder Lehrer selbst Verantwortung für akademisches oder schulisches Philosophieren tragen, stimmen Sie mir sicher zu, dass es wünschenswert und bereichernd ist, den Studierenden oder Lernenden Mitsprachemöglichkeiten bei der Wahl und Ausgestaltung der Themen zu geben.

Also los! Philosophieren Sie – egal, ob alleine, zu zweit oder in Gruppen!

Diese Vorstellung der Sozialformen des Philosophierens soll Sie dazu anregen herauszufinden, wie Sie am liebsten Philosophieren. Aber egal, ob Sie nun alleine, zu zweit, in kleineren oder größeren Gruppen, privat oder institutionell philosophieren, philosophieren Sie!

Fragen und Anregungen:

  • Philosophieren Sie lieber alleine oder gemeinsam mit anderen?
    • Beginnen Sie philosophische Gespräche mit Ihrem Partner, Freunden oder Kollegen.
    • Suchen Sie sich philosophieinteressierte Gesprächspartner in Ihrem Umfeld oder in sozialen Netzwerken und Foren.
    • Nutzen Sie Veranstaltungen wie z. B. Philosophische Cafés, um gemeinsam mit anderen zu philosophieren.
    • Kontaktieren Sie eine Philosophische Praxis oder einen Philosophischen Berater.
  • Dokumentieren oder protokollieren Sie die Gedanken, die Ihnen beim Philosophieren kommen und besonders wichtig erscheinen?
    • Schreiben Sie Ihre Gedanken auf? Nutzen Sie dazu lieber Papier und Stift oder lieber digitale Medien?
    • Nehmen Sie ihre Überlegungen als Sprachnotiz oder Video auf?
  • Beziehen Sie Ihre philosophischen Überlegungen auf Ihr eigenenes Leben.
  • Behalten Sie Ihre philosophischen Gedanken lieber für sich oder teilen Sie diese gerne mit anderen?
    • Erzählen Sie anderen von Ihren philosophischen Überlegungen.
    • Stellen Sie in einem Blog, einem Podcast oder einem Video oder in Ihren sozialen Netzwerken anderen Ihre philosophischen Gedanken vor und kommen Sie mit Ihren Lesern, Hörern oder Zuschauern ins Gespräch.

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  1. Auf solchen Wanderungen in der Natur, mit einem Notizbuch bewaffnet, zu philosophieren, pflegte beispielsweise Friedrich Nietzsche.
  2. Vor allem am Steuer eines Autos ist ernsthaftes und tiefgründiges Philosophieren nicht unbedingt zu empfehlen. Am Ende verursachen Sie noch Sach- oder Personenschaden, weil Sie mit ethischen Überlegungen beschäftigt waren.
  3. Vgl. Platon Theaitetos 174 a.
  4. Das haben neben dem schon genannten Friedrich Nietzsche beispielsweise René Descartes und Michel de Montaigne getan, auch wenn sie zunächst zurückgezogen, für sich alleine ihre philosophischen Überlegungen entwickelt haben.
  5. So ging Sokrates gerne auf die Agora, den Marktplatz Athens, und sprach dort Leute an. Seine Art der Gesprächsführung, der Maieutik, wie Platon sie uns berichtet, hat allerdings den leichten Beigeschmack der Manipulation. Sokrates bringt in den Platonischen Dialogen gewöhnlich einen anerkannten „Experten“ dazu, zuzugeben, dass er etwas auf seinem Fachgebiet nicht oder nicht sicher wisse, um mit diesem gemeinsam dann durch geschicktes Fragen die richtige Erkenntnis zu entwickeln. Dieser „platonische“ Sokrates ist allerdings eine Konstruktion. Doch auch so dürfte der historische Sokrates die Athener mit seiner philosophischen Fragerei genug genervt haben, dass sie ihn schließlich anklagten und zum Tode verurteilten, u. a. weil er die Jugend verderben würde.
  6. Als Beispiel dafür mögen Senecas Epistulae morales ad Lucilium gelten, auch wenn Antworten darauf nicht überliefert sind und keineswegs sicher ist, ob es sich dabei um die eine Hälfte eines wirklichen „Briefwechsels“ handelt.
  7. Ich will hier weder den KollegInnen Philosophie-/EthiklehrerInnen noch den DozentInnen und ProfessorInnen für Philosophie an den Universitäten ihren Job erklären. Deshalb halte ich den Abschnitt zum „akademischen Philosophieren“ kurz. Der Vollständigkeit halber gehe ich dennoch im Rahmen meiner Überlegungen zu den Sozialformen des Philosophierens auch auf diese Form des „professionellen“ Philosophierens ein.

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